Burg Ottenstein
 
Der Zeitpunkt der Erbauung der Ottensteiner Burg ist bis dato unbestimmt. Sicher ist nur, dass ihr Erbauer ein Eversteiner Graf gewesen ist, vermutlich Otto (1260 bis 1321). Wahrscheinlich ist die Errichtung auf die Jahre um 1300 zu datieren. Ein Merianstich, entstanden im Jahr 1653, zeigte das »Ambthauß Ottenstein« vom einem Hang oberhalb des Teufelsbadteiches aus gesehen. Die annähernd quadratische Anlage war ursprünglich als Wasserburg mit einem Graben umgeben. Der einzige kleine Turm der Anlage befand sich an der Südostecke. Dieser Turm wurde als Gefängnis genutzt. Ebenerdig befand sich der »Gehorsam« für leichtere Vergehen, darunter ein Verlies in der Erde, der sogenannte »Schilling«.
 
Angrenzend an den Turm befand sich das »Steinhaus«, das heute noch erhalten ist und als Restaurant mit historischem Ambiente genutzt wird. Früher waren dort die Ställe und die Futterkammer untergebracht, im Obergeschoß befand sich ein Saal mit mehreren Stuben und Kammern. Einige Fenster der Ostseite wurden mit Gitterstäben versehen und so zu Gefängniszellen umgebaut.
 
An der Westseite der Anlage erstreckte sich das Wohnhaus, das spätere Amtsgericht. Da das ursprüngliche Gebäude nicht sehr prunkvoll war, wurde es im Jahr 1701 unter Hilmar von Mansberg ersetzt. Allein 40 einhalb Fuhren Sollingplatten wurden zum Decken des Daches benötigt. Auf den Fundamenten der alten Kellergewölbe, die auch heute noch erhalten sind, erstreckte sich der nun errichtete Fachwerkbau über die ganze Westseite.
 

 
Nachdem das Gebäude bis 1929 als Amtsgericht genutzt wurde, diente es von 1932 bis 1947 der Ausbildung der weiblichen Landjugend und anschließend einem Altersheim, das 1962 nach Eschershausen verlegt wurde. Am 25. September 1976 schließlich wurde das Gebäude abgerissen, um einem eingeschossigen Bungalow Platz zu machen der auf den Kellergewölben der ehemaligen Burg errichtet wurde.
 

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