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Teufelsbadteich - die Sage

TeufelsbadDer Teufelsbadteich


Die Gebrüder Grimm durchstreiften die Orte des Weserberglandes und ließen sich die Märchen erzählen, die sie dann in ihrer Sammlung veröffentlichten. Und in vielen kleinen Dörfern und Weilern halten sich alte Sagen und Legenden, die früher von Mund zu Mund und von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Eine davon handelt von dem kleinen Weiher, der am Fuße des Dorfes Ottenstein in südwestlicher Richtung in einem Tale gelegen ist. Wer hier heute am Ufer sitzt und den Blick über die grünen Wiesen des Umfeldes schweifen lässt, vermag nicht zu glauben, welche legendäre Sage hier ihren Ursprung hat:

 

Vor Zeiten lebten an der Weser zwei Riesen oder Hünen; der eine, Otto vom Stein, in der Gegend des heutigen Ottenstein, der andere in dem Hünengrunde unweit Polle. Jener war ein Bäcker, dieser ein Müller. Es hatten aber beide als gute Nachbarn einen Vertrag miteinander abgeschlossen, wonach der Bäcker bei dem Müller unentgeltlich mahlen und dieser bei jenem unentgeltlich backen durfte. Für den Müller im Hünengrunde war das laute Kratzen mit dem Troghaken das Zeichen, daß der Nachbar Bäcker den Ofen geheizt und daß es Zeit sei den Brotteig zu bringen. Eines Tages wollte nun der Müller auch wieder backen und wartete auf das bekannte Zeichen. Otto, der Bäcker, hatte aber seinen Nachbarn ganz vergessen und war in das vor Ottenstein liegende Wasser, das Teufelsbad, gegangen, um zu baden. Das Abreiben des Körpers verursachte aber ein ähnliches Geräusch wie das Kratzen mit dem Troghaken, und sofort erschien der Müller mit seinem Brotteige. Aber wie erstaunte er, als er den Ofen gar nicht geheizt und den Bäcker nicht einmal zu Hause fand. Im großen Zorne begab er sich nach dem Teufelsbade, um unter lautem Schelten dem untreuen Nachbarn den Vertrag zu kündigen und ihm hinfort seine Mühle zu versagen. Der Bäcker geriet dadurch in eine große Verlegenheit, da er nun nicht wusste, wo er mahlen sollte, und rief den Teufel um Hilfe an. Dieser kam und war auch bereit, dem Hünen in seiner Not beizustehen. Er nahm seine Lanze und stieß dieselbe mit so grausamer Stärke tief in den Teich hinein, daß die Spitze mitten in den Klippen am linken Weserufer wieder hervordrang und sogleich ein starker Wasserstrom nachfolgte. Hier erbaute sich nun Otto vom Stein eine Mühle und war aus aller Verlegenheit. Darum heißt das neue Haus die Teufels- oder Steinemühle.

 

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